Zur Förderung der Affiliate-Symbiose: Newsletter, Logfiles und das Rechtesystem

Wer damals im Biologieunterricht aufgepasst hat, ist mit dem Begriff der Symbiose vertraut, der Bezeichnung für das Zusammenleben von zwei Individuen, die unterschiedlichen Arten angehören. Deren liberale Weltanschauung wird durch sich aus dieser buntgemischten Wohngemeinschaft ergebende Vorteile belohnt. Ein prominentes Beispiel ist der kleine Nemo und seine anonym bleibende Anemone: Das Nesseltierchen bietet dem Minifisch einen geschützten Rückzugsort, woraufhin dieser seine Mietkosten durch die Abwehr von Fressfeinden erstattet. Das sind die harten Fakten, auch wenn Disney der Anemone keine Identität zugesteht und Nemo nicht einmal richtig für sich selbst sorgen kann. Obwohl der Publisher nicht als Aufpasser fungiert, der den Advertiser davor bewahrt, Gliedmaßen angeknabbert zu bekommen, herrscht dennoch eine Art symbiotische Beziehung: Der Advertiser steigert den Bekanntheitsgrad seines Shops durch Werbeplatzierungen auf den Seiten des Publishers, der für die Vermietung dieser virtuellen Räume reales Geld erhält. Damit dieses Erfolgsmodell nicht seinen ersten Kompositionsteil verliert und zum Modell ohne Erfolg wird, müssen die werbetreibenden Clownfischchen stets auf dem neusten Stand gehalten werden – andernfalls würden sie im gnadenlosen Ozean des Affiliate Marketing verschütt gehen. Da PAREBA quasi als Multifunktionstool entwickelt wurde und dementsprechend fast alles kann außer Konservendosen zu öffnen, bietet es ein umfassendes Newslettersystem, das eine unkomplizierte Aktualisierung der Publisher ermöglicht. Um kostbare Zeit zu sparen, lässt sich die Anzahl der Empfänger des jeweiligen Newsletters beliebig erweitern, sodass mit zwei Klicks dreihundert Leute die gleiche Nachricht erhalten können. Zumindest in der Theorie. In der Praxis hängt die Gesamtzahl der existenten Publisher natürlich vom Charisma und/oder Geldbeutel des Betreibers ab. Erneut den temporalen Aspekt berücksichtigend, enthält PAREBA auch eine Funktion, die es dem Advertiser erlaubt, einen Newsletter im Voraus zu verfassen, abzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt zu versenden. Dies bietet sich vor allem an, wenn man unter Zeitdruck steht und den Text nicht zuende schreiben kann, man vor Kreativität strotzt und direkt die Inhalte für die Newsletter der nächsten sieben Monate anfertigt oder man den Praktikanten irgendwie beschäftigen muss, ohne dass dieser das ganze Unternehmen in den Ruin treibt.

Zwar sollte man seinen Publishern ein gewisses Maß an Vertrauen entgegenbringen, doch bekanntlich ist Vertrauen nur als „gut“ einzustufen, wohingegen Kontrolle als „besser“ betitelt wird. Zu diesem Zweck hat der Advertiser Zugriff auf die sogenannten Logfiles, Dateien, die automatisch erstellte Aktivitätsprotokolle aller ernannten Administratoren enthalten. Für alle, die durch diverse Überwachungsskandale zu gebrannten Kindern geworden sind: Nein, das ist überhaupt nicht unethisch und hat rein gar nichts mit Privatsphärenverletzung zu tun. Vielmehr garantiert es dem Betreiber eine umfassende Einsicht in sämtliche Vorgänge, um letztendlich für einen fehlerfreien Ablauf der stattfindenden Prozesse zu sorgen. Schließlich geht es beim Affiliate Marketing um nicht geringe Summen, die investiert werden um mehr Umsatz zu generieren. Drastisch formuliert: Es geht um die Existenz eines Unternehmens. Sowas fährt man nicht einfach leichtfertig an die Wand. Zu den einsehbaren Admin-Aktivitäten (als Abkürzung von Administrator, spart Zeit und Platz) zählen deren Logins, Änderungen von Provisionsraten, Validierungen von Conversions und Trackingaufrufe. Potentielle Katastrophen, wie z.B. die versehentliche Erhöhung einer Provisionsrate um 250% oder ein Angriff von einer dritten Partei, die seit Tagen versucht, sich unerlaubten Zugriff auf das System zu verschaffen, können durch eine gewissenhafte Analyse der Logfiles verhindert werden. Siehe da, diese Überwachung bezieht sich tatsächlich nur auf geschäftsrelevante Informationen und nicht auf die Blutgruppe oder Filmgenrepräferenzen des Publishers. Darüber hinaus dürfte jedem Publisher bei Vertragsabschluss bewusst sein, dass er für den Advertiser tätig ist und dieser dementsprechend einen Überblick über die Aktivitäten seiner Quasi-Angestellten haben muss. Wenn nicht, wurde das gesamte Prinzip verkannt.

Haben wir nun die minimalen Freiheitseinbüßungen geklärt, die das Adminsein mit sich bringt, kommen wir nun abschließend zu der Erklärung, wie überhaupt solche Sonderfähigkeiten verliehen werden können. Lasst uns dieses Pferd von hinten aufzäumen. Schaltzentrale der Machtzuweisung ist das erst kürzlich in PAREBA integrierte Rechtesystem im Backend, also exklusiv im Bereich des Advertisers existierend, was ja auch Sinn macht. Dieser kann dort für jeden Publisher individuell festlegen, zu welchen Entscheidungen er befähigt wird und zu welchen nicht. Selbstverständlich sind die Rechtezuweisungen nicht in Stein gemeißelt, sodass es jederzeit möglich ist, bestimmten Partnern diverse Rechte und Rollen wieder zu nehmen. Das mag im ersten Moment ein bisschen hart klingen, doch wenn man darüber nachdenkt, welch finanzielles und organisatorisches Chaos ein zugleich verwirrter und lernresistenter Publisher erzeugen kann, der achtmal in Folge Provisionsraten versehentlich ins Unermessliche erhöht, kann man sich mit dem Prinzip anfreunden.

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